Vielleicht kennst du das auch: Der Jahreswechsel ist immer eine tolle Zeit, um zurückzublicken und zu überlegen – was brachte das letzte Jahr und was soll dieses Jahr passieren? In alter Tradition schauen wir auch dieses Mal auf das, was war, und das, was kommt.
Das war unser vielleicht wichtigstes Jahr bislang: 2025 konnten wir einen persönlichen Meilenstein erreichen, der die gesamte Grundeinkommensdebatte auf ein neues Level hob. Aber es gab auch Schattenseiten in der Welt des Grundeinkommens. Wir gehen unsere wichtigsten Ereignisse Monat für Monat mit dir durch und erzählen dir, was 2026 für uns ansteht.
Januar: So ungleich geht es nicht weiter!
So hochpolitisch wie das Jahr 2025 weitergehen wird, beginnt es auch bereits: Im Januar schließen wir uns der Allianz "Vermögen besteuern jetzt!" an, die angesichts der steigenden Ungleichheit und der stark vernachlässigten Finanzierungsbedarfe für Sozialstaat, Klimaschutz, Bildung und öffentliche Infrastruktur in Deutschland die Wiedereinführung der Vermögensteuer fordert.
Klara Simon, die Vorsitzende unseres Vereinsvorstands, betont zu diesem Anlass das Potenzial einer solchen Steuer für soziale Gerechtigkeit: "Eine Vermögensteuer bietet die Möglichkeit, mehr soziale Gerechtigkeit zu schaffen und allen Menschen finanzielle Teilhabe sowie ein würdevolles Leben zu ermöglichen."
Soziale Gerechtigkeit ist auch das Stichwort für den Februar: Kurz vor der vorgezogenen Bundestagswahlprüfen wir, ob das Grundeinkommen eigentlich in irgendeiner Form wählbar ist und untersuchen die sozialpolitischen Pläne der großen Parteien. Wer ist ernsthaft an einer Veränderung interessiert? Wer verwaltet nur den Status Quo? Und: Wir prüfen, welches Wahlprogramm dir bei seiner Umsetzung wie viel Geld in die Tasche spülen würde.
Am Wahltag wird klar: Es wird eine Partei gewinnen, die diesbezüglich eher schlecht abschneidet.
März: Nach Februar kommt Merz
Mit der Entscheidung, dass Merz künftig das Land als Bundeskanzler führt, wird deutlich, dass das Grundeinkommen zumindest regierungspolitisch keine große Rolle spielen wird. Einige Monate später wird der neue Kanzler sogar sagen: "Grundeinkommen, das wird es in Deutschland nicht geben."
Wir wissen es besser, denn wir lassen es auch dieses Jahr wieder Realität werden. Daher wenden wir uns lieber den Menschen zu, die es heute schon ausprobieren: Im März fahren wir nach Thüringen und besuchen Gewinnerin Sophie und ihren Vater Martin, um mehr über ihr persönliches Grundeinkommensgefühl zu erfahren. Bei der Gelegenheit erzählen sie uns auch gleich, wie sie auf das Wahlergebnis und die bevorstehenden Landtagswahlen schauen.
Das ist aber nicht alles: Während des gesamten 1. Quartals laufen unsere Vorbereitungen schon auf Hochtouren. Denn im April steht der vielleicht entscheidendste Moment unserer Vereinsgeschichte bevor.
April: Wir klären endlich die nächste Grundsatzfrage zum Grundeinkommen
Im April 2025 erreichen wir endlich einen Meilenstein, den wir seit 2020 vorbereitet haben: Mit der Veröffentlichung der Studienergebnisse des Pilotprojekt Grundeinkommen fügen wir den ewigen Meinungsdebatten rund um das Grundeinkommen das fehlende, wissenschaftlich fundierte Puzzlestück hinzu.
Jetzt können wir wissenschaftlich belegen, was die gesammelten Geschichten unserer Gewinner*innen bisher nur vermuten ließen: Das Bedingungslose Grundeinkommen wirkt – und wie! So finden wir nicht nur heraus, dass Menschen mit Grundeinkommen weiter arbeiten, es stellen sich darüber hinaus auch viele weitere positive Effekte ein.
Und die Nachricht scheint anzukommen. Das Medienecho fällt gewaltig aus. Fast jedes renommierte Medium berichtet darüber, was das Grundeinkommen wirklich kann. Die wichtigsten und schönsten Reaktionen auf die Ergebnisse stellen wir dir im Magazin zusammen.
Mai: Jetzt reden wir über die Ergebnisse!
Im Mai beginnen wir damit, die Studienergebnisse nochmal im Detail zu erklären und für verschiedene Zielgruppen aufzubereiten. Denn wir wollen diesen neuen Erkenntnissen den Raum und die Aufmerksamkeit geben, die sie auch verdienen. Schließlich soll niemand verpassen, was wir hier gerade herausgefunden haben: Wenn schon alle Augen aufs Grundeinkommen gerichtet sind, wollen wir auch sicherstellen, dass wir auch möglichst viele Menschen erreichen, denen das Konzept bisher noch unbekannt ist.
Dafür besuchen wir nicht nur erfolgreiche Podcasts wie ARD plusminus, Wissen Weekly, WDR 5 Neugier und XING Work Exposed, sondern auch diverse öffentliche Veranstaltungen. Auf der re:publica, der wichtigsten Konferenz zu digitaler Kultur, hört die Menge gebannt zu, wie Mimi und Janine über die Ergebnisse berichten. Den Auftritt könnt ihr euch hier in Gänze ansehen:
Juni: Wir heben die Verlosung auf das nächste Level
Mit dem Rückenwind aus den Ergebnissen des Pilotprojekts gehen wir direkt das nächste Großprojekt an. Schließlich wollen wir, dass noch viel mehr Menschen vom Grundeinkommen und den Ergebnissen des Pilotprojekts erfahren. Dafür heben wir unsere Verlosung auf das nächste Level und holen uns auch erstmals reichweitenstarke, externe Moderator*innen auf die Bühne.
Den Anfang macht Comedian und Social-Media-Legende Xhem und legt direkt eine denkwürdige Performance hin. Auf der Dachterrasse unseres Bürogebäudes feiert er mit uns den Start des Sommers und dreht am Losrad, als hätte er nie etwas anderes getan. Mit seiner ansteckenden Fröhlichkeit wird diese Verlosung genau das, was er zuvor noch prognostiziert: "Die geilste Dosis Hoffnung, die man im deutschen Internet kriegen kann."
Juli: Geteiltes Glück am Telefon
Vor knapp zwei Jahren führten wir in der Verlosung Live-Anrufe ein, um die Freude über das Grundeinkommen direkt für euch erfahrbar zu machen. Was für eine riesige Bereicherung diese Reaktionen der Gewinner*innen sind, bekommen wir auch 2025 wieder zu spüren.
Im Juli können Jannes und Co-Moderator Levi Penell einer Gewinnerin mit dem Profilnamen fritzi4460 live am Hörer die freudige Nachricht überbringen, dass sie für die kommenden zwölf Monate ein Grundeinkommen erhält. Ihre Reaktion bewegt uns sehr und belegt gleichzeitig eines der Kernerkenntnisse des Pilotprojekts. Aber sieh selbst:
August: Sommerbesuche bei drei Gewinner*innen
Sommerloch? Gibt es bei uns nicht. Aber zu einem Eis sagen wir nicht Nein. Das bekommen wir sogar persönlich von Gewinner Dirk serviert, der mit dem Grundeinkommen seinen Traum einer eigenen Eisdiele verwirklicht hat. Ihn und drei weitere Gewinner*innen besuchen wir im August mit der Kamera zu Hause. Mit ihren ganz persönlichen Lebensgeschichten führen sie uns wieder mal vor Augen, was das Grundeinkommen alles bewirken kann.
September: Ein Herbstbeginn, der nachdenklich stimmt.
Mit dem Ende des Sommers holt uns im September auch wieder die Realität ein: Die Regierung kündigt den "Herbst der Reformen" an. Ein zunächst harmlos klingender Titel für das, was jetzt folgt. Obwohl die öffentliche Debatte sich schon länger an Bürgergeld und vermeintlichen "Totalverweiger*innen" abgearbeitet hatte, kommt jetzt nämlich die politische Umsetzung des Sozialabbaus.
November: Crowdhörnchen gehen unter die Haut. Buchstäblich.
Kurz vor Jahresende fahren wir nochmal groß auf. Schließlich wollen wir uns bei den Menschen bedanken, die so ein Projekt wie unseres gerade in diesen angespannten Zeiten auch dieses Jahr wieder ermöglicht haben. Ohne die Unterstützung unserer Crowdhörnchen könnten Mammutvorhaben wie das Pilotprojekt nämlich gar nicht umgesetzt werden.
Grund genug, sie sich auf den Arm tätowieren zu lassen, oder? Aber eins nach dem anderen: Was in der Juni-Verlosung mit Xhem begann, erreicht im November seinen vorläufigen Höhepunkt. Mit Senna Gammour bekommen wir prominente Moderationsunterstützung, die gemeinsam mit unserem Jannes durch eine Verlosung der besonderen Art führt. Denn diesmal stehen die Crowdhörnchen im Fokus – vier von ihnen besuchen uns und drehen mit uns am Losrad.
Aber nicht nur das. Mit jedem Crowdhörnchen-Meilenstein, den wir im Laufe der Show erreichen, werden neue Ereignisse "freigeschaltet". Ein Meilenstein ist schnell erreicht: Als wir das 50. Crowdhörnchen innerhalb der Sendung dazugewinnen, geht Jannes zu unserer Gast-Tätowiererin und lässt sich ein Crowdhörnchen unter die Haut stechen. Den Moment kannst du hier nacherleben:
Dezember: Kisten packen. Kräfte sammeln.
"Im vergangenen Jahr haben sich knapp 18 % der Menschen in Deutschland wichtige Güter, Dienstleistungen und Aktivitäten nicht leisten können", sagt der Moderator der Tagesthemen im Dezember anlässlich der Veröffentlichung des Armutsberichts der Bundesregierung.
Damit werden wir erneut darin bestätigt, dass es wichtiger ist als je zuvor, für eine gerechtere Welt zu kämpfen, in der die Grundbedürfnisse aller Menschen bedingungslos abgesichert sind. Und das wollen wir auch 2026 wieder tun.
Bevor wir über die Weihnachtstage die dafür nötigen Kräfte sammeln, packt unser ganzes Team aber erstmal Kisten. Im Januar müssen wir nämlich umziehen. Von den neuen Räumlichkeiten könnt ihr euch dann schon bald in der Verlosung ein Bild machen.
Dass möglichst viele Menschen das selbst erleben können, bleibt auch 2026 unser zentrales Anliegen. Gleichzeitig haben wir uns viel vorgenommen. Zwei Vorhaben stehen dabei ganz oben auf unserer Liste.
Den Anfang machen wir mit einer neuen Frageperspektive: Was kostet es uns eigentlich, KEIN Grundeinkommen einzuführen? 2024 hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) berechnet, was ein Bedingungsloses Grundeinkommen kosten würde und gezeigt, dass es finanzierbar ist. 2025 haben wir belegt, dass es wirkt. Wir wissen also: Grundeinkommen ist machbar UND wirksam.
Jetzt müsste es ja "nur noch" eingeführt werden, oder? Wir machen uns natürlich keine Illusionen, dass die Einführung ein leichter Schritt wäre. Gleichzeitig wollen wir aber wissen: Was passiert, wenn wir es nicht einführen? Welche sozialen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Kosten entstehen, wenn wir am Status quo festhalten? Genau darüber wollen wir zu Beginn des Jahres mit unterschiedlichen Menschen ins Gespräch kommen – offen, ehrlich und faktenbasiert.
Damit kommen wir direkt zum nächsten Vorhaben: Mit dem Pilotprojekt haben wir wissenschaftliches Neuland betreten, das den Grundeinkommensdiskurs für immer bereichern wird. Unser Wissensdurst ist aber längst nicht gestillt. 2026 starten wir daher mit der nächsten Phase der Forschung, in der wir uns die Effekte auf Gruppen genauer ansehen.
Dieses Mal wollen wir jedoch nicht wieder ein einzelnes, großes Forschungsprojekt starten, sondern die Forschung in das Herzstück des Vereins einbinden – die Verlosung. Noch dieses Jahr kommt zusammen, was zusammen gehört. Dranbleiben lohnt sich!
Wie erging es dir 2025? Welcher Grundeinkommensmoment blieb dir im Gedächtnis? Und was erhoffst du dir vom neuen Jahr? Schreib es uns in die Kommentare!
Du findest gut was wir tun? Dann unterstütze uns als Crowdhörnchen – schon ab 1 Euro! Damit ermöglichst du unsere journalistische Arbeit, Forschung zum Grundeinkommen und die Verlosung. Bist du dabei?
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