Als erster Staat der Welt zahlen die Marshallinseln ihren Bürger*innen ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Wie das aussieht, warum das Modell viel Aufmerksamkeit bekommt und was wir von dem Inselstaat in Ozeanien lernen können.
Googelt man die Marshallinseln, so bietet sich einem der Anblick eines Postkartenidylls, das mitten im deutschen Winter unmittelbar Sehnsucht weckt – nach Palmen, weißen Sandstränden und Sonnenschein.
Was man hier nicht auf Anhieb erahnen würde, sind die schwierigen Bedingungen, unter denen die rund 43.000 Inselbewohner*innen leben: steigende Lebenshaltungskosten, nährstoffarme Böden, Extremwetterereignisse.
Was man noch weniger vermuten würde, ist die düstere Geschichte der Inseln im Pazifik: In den 1940er- und 50er-Jahren testeten die USA hier Atomwaffen und die Folgen für Mensch und Umwelt sind noch immer spürbar.
Die Vereinigten Staaten leisten aus diesem Grund heute Entschädigungszahlungen, die in einen Treuhandfonds fließen. Dieser umfasst insgesamt rund 1,3 Milliarden US-Dollar – und finanziert seit November 2025 das erste staatlich ausgezahlte Grundeinkommen der Welt!
Alle Bürger*innen erhalten nun 200 US-Dollar pro Quartal. Auf das Jahr gerechnet sind das insgesamt 800 US-Dollar, also umgerechnet etwa 680 Euro. Das klingt vielleicht erstmal nicht nach sehr viel Geld – übertragen auf deutsche Verhältnisse entspräche das jedoch einem staatlichen Transfer von immerhin über 1.000 Euro pro Quartal.
Die Regierung hat das Grundeinkommen nach eigenen Angaben bewusst so ausgestaltet, dass es Menschen mit den steigenden Preisen hilft, ihnen Mut macht und Sicherheit gibt – dabei aber niemanden vom Arbeiten abhält.
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Besonders ist aber nicht nur, dass der Pazifikstaat nun das erste Bedingungslose Grundeinkommen der Welt auszahlt, sondern auch wie er das tut:
Die Bewohner*innen können wählen, ob sie das Geld per Banküberweisung, als Scheck oder – und das gab es so noch nie – digital, in Form einer staatlichen Kryptowährung erhalten. So soll das Geld schnell, sicher und günstig über die fast 100 Inseln verteilt werden können, auch an Menschen ohne Bankkonto.
Das Grundeinkommen allein wird die vielen Probleme des Inselstaats natürlich nicht lösen können. Die Klimakrise und der steigende Meeresspiegel bleiben weiterhin sehr reale Bedrohungen für die Marshallinseln.
Aber es schafft etwas sehr Grundlegendes: ein Stück bedingungslose und verlässliche finanzielle Sicherheit für alle. Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, was das mit Land und Menschen macht – und ob andere Staaten daraus lernen werden.
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Was glaubst du? Ein staatliches Grundeinkommen, finanziert aus einem Treuhandfonds – Sonderfall mit begrenzter Übertragbarkeit oder ein Modell mit Signalwirkung für andere Staaten? Erzähl es uns in den Kommentaren!